Interview.
Mein Interviewparnter war ein circa 40 jähirger Vermieter, mit dem ich mich in einem öffentlichen Lokal getroffen habe. Er war 1989 20 Jahre alt und Student an der Technischen Hochschule Leipzig (heute HTWK). Er war sehr aufgeschlossen und auch überaus interessiert an dem, was wir machen. Das Interview an sich verlief problemlos und auch mit dem Aufnehmen des Gesprächs hatte er keinerlei Probleme. Was mir als erstes zu diesem Interview einfällt ist, wie unterschiedlich ihm manche Dinge von damals im Gedächtnis geblieben sind. Einge Sachen (wie zB sein druck von ca 100 Flyern für den Protest, die angedrohten Strafen der Hochschulleitung gegen Studenten die an der Demo teilnehmen wollten oder die Lautsprecherboxen, die überall in der Stadt verteilt waren und über die die Reden von Kurt Masur und den anderen Sprechern flächendeckend empfangen werden konnten) sind ihm relativ deutlich in Erinnerung geblieben, während er sich an andere Dinge (die abgelaufene Strecke, bestimmte Gedanken die ihm während des Protestes in den Sinn gekommen sind, markante Ereignisse während oder vor der Demo) kaum bzw überhaupt nicht erinnern konnte.
Dennoch war es interessant ihm zuzuhören.
Seinen Weg zum Ring habe ich mit dem GPS ab seiner damaligen Wohnung (Eisenbahnstraße 131) - obwohl er nach eigener Aussage nicht immer von dort sondern manchmal auch von der Hochschule losgefahren ist - bis zur Runden Ecke verfolgt, weil er sich nicht erinnern konnte die volle Runde gelaufen zu sein.
Das Interview war alles in allem (und trotz etwas störender Musik im Hintergrund) sehr angenehm und informativ.

'review' of the scene you witnessed on Friday evening.
Als Ronja und ich zusammen an den Augustusplatz gelangten, war das erste was wir sahen einige Gruppen von Senioren, die etwas verloren und wartend auf dem Platz neben der Kirche standen. Es wirkte gleich wie eine Art "Drehpause" an einem Filmset, in der die Extras auf ihre nächsten Anweisungen warten und nach wenigen Minuten zusammen zum nächsten Set weitergingen. Als wir uns dann auf eine Bank setzten und die Umgebung rund um die Kirche beobachteten, bekamen wir den Eindruck von zwei verschiedenen Wahrnehmungen dieses Ortes. Auf der einen Seite waren die Touristen, die die Kirche und das "drumherum" als etwas ausschließlich aussergewöhnliches wahrnehmen.
Und auf der anderen Seite die Einwohner Leipzigs, für die der Ort natürlich auch eine besondere Bedeutung hat, aber auch wiederum alltäglich und normal ist. Es ist ein Ort im Zentrum der Stadt, wo viele verschiedene Leben zusammentreffen und sich kreuzen - wie eine Souffleuse aus dem Central Theater, die dort in ein Taxi steigt, ein Stammkunde des Cafes in dem Ronja arbeitet, der über den Platz in das nächste Cafe geht und schließlich sogar eine Kommilitonin, die auf dem Weg zu einer Verabredung ist.
Der Ort hat eine sehr unterschiedliche aber doch universelle Bedeutung für die Stadt und deren Einwohner.

Die Performance A und B.
Trotz anfänglicher Skepsis war ich sehr positiv überrascht. Sich mit Schildern durch die
Fußgängerzone zu bewegen und verschiedene Reaktionen dafür zu erhalten ist sehr interessant, besonders weil sie so unterschiedlich ausfallen. Manche stimmen zu, andere lehnen es ab und wieder andere ignorieren es einfach vollständig. Ich fände die Idee reizvoll, wenn man es soweit steigern könnte, das Füßgänger spontan einfach mitlaufen, weil sie die Aussage oder Idee eines Plakates teilen. Aber das kann man leider nicht wirklich beeinflussen - es sei denn, man spricht die Leute direkt an (wie es bei Gruppe B vorgegeben wurde). Des Weiteren fand ich die Kreide-Aktionen sehr gelungen, weil es eine gute Möglichkeit ist, alle mit einzubeziehen und sich kreativ mit einem Thema auseinander zu setzen.
Abgesehen davon macht es auch einfach spaß ;)
Das sind die wesentlichen Dinge, die mir im Gedächtnis geblieben sind.

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